StartseiteAnekdotenJonathan will bleiben



Frankfurt - Los Angeles. Der Flieger war bis unters Dach ausgebucht. Im hinteren Abteil saß eine junge Mutter mit ihrem zweieinhalb jährigen Sohn. Ich stellte mich, so wie ich es immer mache, persönlich vor und bat darum mich jederzeit anzusprechen wenn sie oder das Kind zu irgendeiner Zeit etwas bräuchte. Ich mag Kinder sehr gern und so ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, ihnen eine besondere Betreuung zu Gute kommen zu lassen. Sie nahm mein Angebot überrascht aber dankend an. Während des Service und immer wenn sich die Gelegenheit bot, nutze ich die Zeit den kleinen Jonathan, so hieß er, zu besuchen. Er lächelte und schien sich zu freuen wenn immer er mich sah. In der Pause ging ich zu ihm und fragte ihn, ob er Lust hätte mit mir in die Küche zu gehen, dann könnte er mal schauen wo wir unsere “Autos” ( naja genauergesgat Trolleys, aber ich sagte Autos) parken. Seine Mutter sagte, er sei Fremden gegenüber immer sehr verhalten, doch zu ihrer Überraschung nahm er meine Hand und begleitete mich in die Bordküche ( unter Flugbegleitermännchen Galley genannt ) Er schaute sich um, ich zeigte ihm alles und nachdem ich ihn noch mit einer Hand voll Spielzeug versorgt hatte, gingen wir zurück zu seinem Platz. Seine Mutter war hoch erfreut, nicht zuletzt weil sie so auch mal einen Augenblick für sich hatte, denn es ist sicher keine Leichtigkeit mit einem Kleinkind allein auf einen Langstreckenflug zu gehen.
Gelandet in Los Angeles bedankte sich seine Mutter recht herzlich und schrieb mir einen Passagierkommentar. Das kann man als Passagier machen, wenn man mit dem Service oder Flug besonders zufrieden war. Auch ich bedankte mich bei ihr. An der Parkposition angekommen wollte ich schnell zu Jonathans Platz eilen um mich noch schnell von ihm zu verabschieden, doch als ich mich durch die Menschenmengen durchgewuselt hatte, war Jonathan schon weg. Schade. Ich machte mich dennoch auf den Weg zum Ausgang. Dort stand er in der Tür mit Tränen in den Augen, weil auch er sich noch von mir verabschieden wollte. Als er mich sah, lief er auf mich zu drückte mich und machte sich dann mit seiner Mutter auf den Weg durch die Einreisekontrollen.